Nora 10 Monate in Tschechien
Prostějov. Erkaeltungen. Wenig Schlaf und Regensburg.

Nach einer Woche melde ich mich wieder zu Wort. In der letzten Woche ist viiieeel passiert und somit gibt es eine Menge zu erzaehlen.

Das Wochenende habe ich, wie letzte Woche schon angekunedigt, in Prostějov (das ist in der Naehe von Olomouc) verbracht und ich bin noch immer ganz entzueckt, wenn ich daran zurueckdenke. Es war einfach ganz fantastisch Plzeň mal zu verlassen, andere Menschen zu treffen und neue Dinge zu erleben. Es fing auch schon sehr amuesant an. Und zwar bin ich direkt nach der Arbeit in Richtung Prag aufgebrochen. Bis dorthin bin ich auch ganz ohne Probleme gekommen, aber dann fing es an, problematisch zu werden. Meint ihr, dass ich daran gedacht habe, mir ein Ticket fuer den Bus zu kaufen?! Nein, natuerlich nicht! Aber denke ich daran, dass der Bus voll und ausgebucht sein koennte?! Das natuerlich auch nicht. Da stand ich dann also in Prag und hatte keine Ahnung, wann und wie ich weiterkommen sollte. Ich bin schon saemtliche Moeglichkeiten im Kopf durchgegangen - Zug fahren oder anderen Bus nach Brno oder Olomouc suchen und ab da weiter mit dem Zug. Aber saemtliche Busse waren voll und die naechsten freien fuhren erst wieder am spaeten Abend. Und da es von Prag nach Prostějov ca. 3 Stunden sind, waere das ganz schoen doof gewesen. Dann waere ich naemlich erst irgendwann spaet in der Nacht angekommen und haette Ewigkeiten in Prag rumgehangen. Zug fand ich auch nicht so verlockend - dauert ewig und dazu tausend mal umsteigen. Ich bin dann also zu dem eigentlich schon vollen Bus und habe dort den allerfantastischsten Busbegleiter gefragt, ob ich mitfahren kann, wenn eine Person nicht auftaucht. Das hat dann auch ganz gluecklicherweise geklappt, aber erstmal nur bis Brno. Dort musste ich wieder warten, ob eine Person nicht kommt (Busbegleiter meinte 10% Chance) und dabei hatte ich dann gleich ein zweites Mal Glueck und habe dabei den allerletzten Platz bis Prostějov ergattert. Das Stueck Brno - Prostějov musste ich noch nicht mal bezahlen. Dieser Busbegleiter war einfach so fantastisch - den haett ich am liebsten geheiratet. Aber alle Busbegleiter von Student Agency (Busunternehmen) sind total toll und nett. Sowieso bin ich großer Student Agency Fan - man bekommt Tee, Kaffee und Kakao umsonst, Zeitungen, Filme mit englischen Untertiteln, kann Musik hoeren und all so einen Kram. Sehr famos. Weil dann alles so fantastisch geklappt hat und ich so ein großes Glueckskind bin, bin ich dann wie geplant in Prostějov angekommen und habe dort Lene und Johannes getroffen. Johannes ist auch Freiwilliger und lebt derzeit in Ostrava. Waren dann noch was trinken - was sehr amuesant war. Die beiden haben mich mit viel Berlin-Arroganz beeindruckt. Immer diese Berliner... Sehr krass. Aber ich kenn jetzt hier echt schon fuenf Berliner. Samstag haben wir uns dann ein wenig Prostějov angeschaut und waren dort im juedischen Museum, bis wir dann Abends nach Olomouc sind und Johannes zurueck nach Ostrava. Olomouc ist ein sehr suesses Staedtchen und auch dort konnten wir uns vor Freiwilligen nicht retten. Nachts sind wir dann wieder zurueck in die Metropole Prostějov (50 000 Einwohner) und haben dort bis sechs Uhr morgens bei Lene gechillt und gequatscht. War super nett. Nur bloed war, dass ich am naechsten Morgen ziemlich rechtzeitig wieder aufstehen musste, um zurueck nach Prag zu reisen. Bin dann auch gegen 17Uhr ziemlich fertig in Prag angekommen (dieses Mal ohne Busticket-Komplikationen) und habe mich dort mit Honza, Hora und Thomaš getroffen. Wir sind dann naemlich noch auf ein Konzert gegangen. Irgendwas im Rahmen des Alternativa Festivals. Am Anfang dacht ich noch, dass das total cool werden wird, aber am Ende war ich eher enttaeuscht. Ich habe ein halbes Vermoegen ausgegeben, um den schlimmsten aller schlimmen Musiker zu erleben: ERIC ROSS! Schon mal was von dem gehoert?! Wenn nicht, lasst euch gesagt sein, es ist besser so. Ich weiß noch nicht mal, ob man den Monsieur Musiker nennen kann. Eigentlich hat er die ganze Zeit nur auf seiner E-Gitarre rumgeschrammelt, auf seinem Klavier rumgehauen und noch andere sehr seltsame, elektonische, mir unbekannte Instrumente gespielt... Vermutlich war es das fuerchterlichste was ich je gesehen und, was noch viel dramatischer ist, gehoert habe. Dennoch hatte ich, dank der amuesanten Jungs, sehr viel Spaß und das tollste, die Busfahrt nach Plzeň konnte ich mir sparen - ich wurde naemlich direkt mit dem Auto nach Hause kutschiert. Sehr fein.

Ich hab echt den Eindruck, wo man hinkommt, laufen einem Freiwillige ueber den Weg. Dieses Wochenende z.B. auch schon wieder. Beata und ich werden nach Ostrava reisen, um dort weitere Freiwillige zutreffen. Aber es ist total super. So bin ich immerhin unterwegs, erleb unendlich viel und komm ein wenig raus aus Plzeň. Obwohl mir Plzeň auch schon ein wenig fehlt. Das ist dann jetzt das vierte Wochenende in Folge, an dem ich eigentlich relativ begrenzt Plzeň erlebe. Erst war ich in Dortmund, dann haben wir das komplette Wochenende gestrichen, dann Prostějov und nun Ostrava. Naechstes Wochenende werde ich aber definitiv in Plzeň bleiben. Ist ja schließlich das letzte Wochenende erstmal, bevor ich schon wieder nach Dortmund komme und das wuerde ich dann gerne nutzen um mit Lukas, Beata und Jana ein bisschen Weihnachten zu feiern. Jana und ich haben und auch schon große Dinge vorgenommen: Kekse backen, Pralinen machen, undendlich viel Gluehwein trinken und nur so Weihnachtszeug.

Bei uns sieht es auch sehr weihnachtlich aus. Jana, die Weihnachtsfee, hat alles geschmueckt und ich kann mich kaum retten vor Weihnachtsschnickschnack. Ist aber alles sehr suess und dieser ganze rote Kitsch passt perfekt zu den lachsrosa Waenden.

Ja und was kann ich sonst noch berichten?! Meine Kicker-Karriere wurde nun erstmal auf Eis gelegt. Dienstag wollten Lukas und ich ja die Kicker-Schule besuchen, ABER Lukas hat mich versetzt. Der schwebt naemlich derzeit auf Wolke Sieben und hat fuer anderes nicht so den Kopf. Habe ich aber natuerlich Verstaendnis fuer, zudem war es mir auch ganz recht. Ich bin naemlich derzeit schon wieder krank (da wenig Schlaf und viel Stress und blaa) und deshalb war es sehr nett, den Dienstag Abend zu schlafen, anstatt zu kickern und Bier zu trinken.

Gestern waren wir in Regensburg, mit den Senioren von Totem. War sehr nett. Regensburg ist ein sehr schoenes Staedtchen (wenn man von den viel zu vielen arroganten bayrischen Menschen absieht..) und ich war auch ein bisschen Weihnachtsgeschenkemaeßig aktiv. Allerdings habe ich vermutlich die Haelfte der Zeit mit Handy am Ohr verbracht. Saemtliche Base-Menschen haben angerufen. Aber so eine Chance kann man sich natuerlich nicht entgehen lassen...

Ansonsten haben Jana und ich diese Woche vermutlich das krasseste erlebt. Das erzaehle ich aber lieber persoenlich. Unsere slowakische Mitbewohnerin ist naemlich verschwunden und was darauf passiert ist, oje, fragt mich lieber selber. Nur soviel: Sie ist derzeit im Krankenhaus.

Fein - jetzt habe ich ja schon wieder einen ganzen Roman geschrieben. Wollte ich gar nicht. Eigentlich wollte ich mich fuer meine Konversation am Montag vorbereiten.

Also ich wuensche allen ein krasny vikend! Wuenscht mir Glueck, dass Beata und ich nach Ostrava kommen - wird bestimmt sehr abenteuerlich heute. Alles was ich dazu sage: Wir haben nicht vor Geld fuer Bus- oder Zugtickts auszugeben. Aber keine Sorge. Das ist in Tschechien eine der gaengisten Fortbewegungsmoeglichkeiten.

Liebste Grueße

Nora

8.12.06 10:48
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maria (11.12.06 21:15)
Ach Nora! Das ist doch so gemein... Erzähl doch mal was mit dem Mädel passiert ist...bin doch immer so neugierig

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