Nora 10 Monate in Tschechien
Herrlichkeiten. In der Bahn mit dem Sofa. Lieblingslieder.

Hezky novy rok - Frohes Neues Jahr!

Fast zwei Wochen Deutschland liegen hinter mir und nun verweile ich wieder in Plzeň. Dortmund, Koeln und wieder Dortmund - es war einfach nur herrlich! Die Zeit ist praktisch verflogen. Kaum war ich da, musste ich auch schon wieder gehen. So kam es mir zumindest vor. Und auch, wenn die gefuehlte Zeit so knapp und kurz war, habe ich mich doch schon wieder sehr an das ranzige und doch auch unendlich tolle und schoene Dortmund mit all seinen bezaubernden Menschen gewoehnt. Vielleicht sogar ein bisschen zu sehr, denn auch, wenn ich inzwischen immer abgebruehter im Abscheid-nehmen werde, der Gedanke, all das ein halbes Jahr nicht zu haben, zu erleben, mitzukriegen, ist schon erschreckend. Im Juli komme ich zurueck und ob ich vorher nochmal nach Dortmund reisen werde, steht in den Sternen. Dennoch jetzt muss ich erstmal hier klarkommen, an meinem Tschechisch arbeiten und so hoffentlich auch hier weiterhin fantastische Dinge erleben. Und ich mein, was ist schon ein halbes Jahr?! Ich weiß ja, dass dort in Dortmund, Koeln, sogar in Port Elizabeth eine ganze Horde Menschen wartet. Und besonders schoen ist es, dass sich einige auch fuer mein jetziges Leben interessieren - nachfragen, zuhoeren und meine Erfahrungen teilen wollen.

  Waehrend dieser knappen zwei Wochen habe ich diverse neue Dinge schaetzen gelernt (oder auch nicht), z.B. wie schoen es ist eine Mutter in der Stadt leben zu haben (praktisch - man spart sich manchmal Nachts den Heimweg), dass man inzwischen auch mit dem Bruder feiern gehen kann, dass Sebastian Sturm ne geile Sau ist und dass manche Leute immer oberflaechlicher und langweiliger werden. Wichtig, denn man will ja wissen was man an den Menschen aus seinem Umfeld so hat.

Am Mittwoch, nach diesem Urlaub "zuhause" gings dann wieder zurueck nach Tschechien. Mit im Gepaeck das absolute Gefuehlschaos. Will ich dahin uberhaupt zurueck? Wo bin ich jetzt eigentlich zuhause? Dortmund, Plzen? Ueberall und Nirgendwo? So sicher wusste ich das alles nicht mehr. Die Dortmundzeit ist einfach an mir vorbeigerauscht, es blieb kaum Zeit nachzudenken, zu reflektieren, das Geschehene und Zukuenftige zu verarbeiten. Es war ein schoener, schneller Traum und viel zu schnell stand ich wieder am Flughafen, bepackt bis zum geht nicht mehr (Weihnachten und seine Auswirkungen...) und sollte mich nun zum xten Male verabschieden. Eine letzte Umarmung, ein letzter Kuss und schon war ich durch den Sicherheitscheck verschwunden und musste mich dort den Schikaneaktionen des Flughafenpersonals hingeben, d.h. Schuhe ausziehen und durchscannen lassen. Manche Dinge sind mir unbegreiflich - denken die, ich habe dort Bomben, Drogen oder vielleicht auch nur eine Nagelschere versteckt?! Noch ueber meine Schuhe mich aufregend, habe ich dann ein letztes Mal zurueckgeschaut, der Familie zugewunken, die Traenen runtergschluckt und mich unsicheren Herzens, nicht wissend was ich will, Richtung Flugzeug begeben. Und dann saß ich da - Prag ich komme, Plzeň ich komme. Und waehrend ich meiner neuen Heimat immer naeher rueckte, ordnete sich so langsam auch wieder das Gefuehlschaos und ich fing an, Plzeň entgegenzublicken, mich auf die Arbeit, die Leute, Fotbalek etc. zu freuen.

Und nun bin ich schon zwei Tage wieder im Lande. Die Zeit rauscht noch immer an mir vorbei. Saß ich nicht noch Dienstag mit den ganzen Maedels bei Steffi? Habe ich nicht noch Samstag mit Julili Sebastian Sturm angehimmelt und Sonntag den tollsten Ausblick meines Lebens genießen koennen (Feld in Lichtendorf - o. Soelderholz,...keine Ahnung, welcher Stadtteil?! Sylvester - Blick ueber die ganze Stadt)? War ich nicht vor einer Woche in Koeln? Schon heftig, wie viel in so weniger Zeit passieren kann. Und es hoert nicht auf. Gestern hatte ich mitunter einen der lustigsten Abenden hier in Plzeň. Lukaš, Freiwilliger aus Tschechien, ist aber derzeit fuer sein EVS in Dortmund, war hier, wir sind mit seinen Freunden und einem Sofa Bahn gefahren, haben dann in einer Studikneipe gechillt, mir wurde ein komisches tschechisches Kartenspiel beigebracht, dass ich noch immer nicht verstehe, wir sind irgendwann auf einer Bowlingbahn gelandet, wo ich den grandiosen vorletzten Platz gemacht habe - vor Berlin-Lukas und zudem habe ich auch endlich wieder Fotbalek gespielt. Um zwei bin ich im Bett gelandet und heute morgen hieß es dann wieder ab zu Totem und Senioren beim surfen beaufsichtigen.

Heute gehts dann nach Prag. Wir haben uns schon bei Bernd und Theresa eingemietet und spaeter treff ich dann auf Connelly und Konsorten. Die Uscher sind naemlich seit dem 1.1. in Prag und erleben dort eine Menge "komische" Sachen. Fragt mich nicht, was das heißt - ist eine Aussage von Connelly. Aber ich freu mich. Das wird bestimmt sehr amuesant.

Und so geht es weiter. Und deshalb lieb ich grade ganz besonders ein Lied von Sebastian Sturm:  "Time" -  Das ist ganz fabelhaft und passt sehr perfekt.

Time 

Time is rolling away
Nothing can stop the time
No one can make the time stay (repeat)

A Song about time
It is a time rhyme
A rhyme about time
I sit and watch the clock
I see the seconds run
I know they never coming back

Another day is gone
I wonder and I ask
Where the time run

Another year is gone
Yesterday I was young
Today I am an old man

Time is rolling away
Nothing can stop the time
No one can make the time stay (repeat)

Everything takes time
To sing this time rhyme
Takes the time rhymes time
The time used to be
Sometimes your friend or your enemy
No one can stop
No one can keep it or hold it up
The time just go on
Nowhere to hide nowhere to run

The time runs quick and the time run fast
The time don't stop and the time never ask
Time got no time
Time got no time
The time runs quick and the time run fast
The time don't stop and the time never ask
Time got no time
Time got no time

Time is rolling away
Nothing can stop the time
No one can make the time stay (repeat)

 

(nachdem ich jetzt ungefaehr achthundert mal Sebastian Sturm erwaehnt habe, solltet ihr doch mindestens alle Fan werden :D)

5.1.07 10:40


Gechillte Tage und wenig Schlaf.

Eigentlich passt das nicht zusammen: Gechillte Tage und wenig Schlaf. Scheint etwas paradox, aber genau so ist es derzeit. Ich mache viel und irgendwie auch wieder nix. Habe ein laessiges Leben und komme dennoch nicht zum Schlafen. Allerdings nach der Dortmund-Party, war Erholung erstmal dringlichst angesagt. Verbringe daher meine Zeit auch eher mit Filme gucken (Laptop ist schon praktisch, auch wenn der Akku direkt schon kaputt ist), viel lesen, kochen oder einfach mit nix. Der Schlaf kommt dabei trotzdem zu kurz. Aber Kaffee ist derzeit mein engster Verbuendeter.

Das letzte Wochenende haben Jana und ich in Prag bei Bernd verbracht. War sehr nett, und auch wieder ziemlich laessig. Connelly und Co haben wir auch zweimal getroffen und es war echt sehr amuesant. Freitag Abend sind wir auf irgendeiner wirschen Dancehall-Elektro-Party gelandet. War super - so oft tanze ich in Tschechien ja nicht. Die Tschechen erscheinen mir auch nie so richtig als Taenzer. Das sind eher so die Chiller, die zusammensitzen und Bier trinken. Habe also das tanzen in Prag sehr genossen. Sonst sind wir wirklich nicht viel rumgekommen an dem Wochenende. Das großartigste, was wir auf die Reihe bekommen haben, war ein Moldauspaziergang am Samstag Nachmittag.

Ja und ansonsten entwickeln sich die Donnerstage derzeit zu meinen Lieblinsgtage. Irgendwie passieren in letzter Zeit immer tolle, lustige Sachen an Donnerstagen. Gestern habe ich naemlich mal mein Chiller-Dasein fuer kurze Zeit unterbrochen und bin mit Lukas, Beata, Jana und Sohaj einen trinken gegangen. Dabei sind wir dann durch Zufall auf einem Konzert von dieser Trommelgruppe gelandet, die ich schonmal gesehen habe. War wieder total fantastisch - Ich bin jetzt schon großer Fan. Leider habe ich festgestellt, dass ich irgendwie total untrainiert im waehrend der Woche weggehen geworden bin. Waren wir nicht frueher ganz oft an Donnerstagen im Keller und haben uns am naechsten Tag dennoch zur Schule gequaelt? Heute haenge ich mal total durch. Freue mich schon, um zwoelf nach Hause in mein Bett gehen zu duerfen. Was ansonsten so heute passiert, weiß ich noch nicht. Sohaj und Lukas wollen ins House of Blues. Keine Ahnung was das ist, dort war ich noch nie. Morgen laed Beata zum polnischen Abend ein, mit Essen und Film und so. Wird bestimmt ganz famos. Und naechste Woche geht es dann zum Midterm Seminar. Darauf freu ich mich echt schon sehr. Das ganze findet in Albertrice (oder so) statt, das ist ein Skiort in der Naehe der polnischen Grenze. Nur bloed, dass kein Schnee liegt. Wir haben das Seminar extra dort hinverlegt, damit wir dann den Schnee nutzen koennen, aber das koennen wir uns ja derzeit eher knicken. Wird aber bestimmt deennoch super.

Mein Tschechisch macht sich auch ganz gut. Als ich in Dortmund war, hab ich ja immer behauptet mein Tschechisch sei so, wie nach zwei Jahren Englisch lernen in der Schule (so 5./6. Klasseniveau). Aber nun wuerde ich fast sagen, dass es definitiv schon 7.Klasse, wenn nicht sogar schon fast 8.Klasse Niveau ist. Diese Fortschritte sind extrem motivierend: Endlich kann ich auch mal ein bisschen meine Meinung sagen. Man ist einfach nicht mehr so unmuendig, so stumm. Sprache ist echt schon ein wichtiges Integrationsmittel und das ich mich so langsam mehr integrieren kann, ist echt schon eine wichtige Sache und macht den ganzen Aufenthalt hier wesentlich netter uns schoener und spannender.

Aber nungut, genug fuer heute. Drueckt mit mal die Daumen, dass wir bei uns Zuhause Internet bekommen. Ich hab mal angefragt. Bezweifel es aber sehr. Naja, man weiß ja nie. Vielleicht liegt das Glueck ja mal auf unserer Seite.

Liebe Gruesse und schoenes Wochenende.

Nora*

12.1.07 10:57


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