Nora 10 Monate in Tschechien
Tschechen und so

Jetzt sind es bald schon vier Wochen, die ich hier verweile und nun muss ich mal ein kleines Resumee ziehen. So als Fremde in einem voellig neuen und unbekannten Land, erlebt man ja doch einige Dinge, die einem moeglicherwiese Anfangs als etwas seltsam erscheinen. Da habe ich natuerlich einige Dinge zu berichten.

Also - Tschechen und ihre Eigenheiten - was mir besonders aufgefallen ist

  • Tschechen frieren nicht - es kann noch so kalt sein und ich ueberlege schon, meine Winterjacke rauszukramen und dennoch auf Plzeňs Straßen laufen die Maedels in Minirock und Sandalen rum
  • Tschechen essen ihre Rohliky (Rohlik = Tschechisches Broetchen) auf eine sehr interessante Art und Weise. Man muss sich das so vorstellen: Sie nehmen ihr Rohlik, das von der Form, die eines Milchbroetchens hat, drehen es um (nehmen also die Rueckseite) und schmieren alles drauf, was geht. Also Butter, Frischkaese, Kaese, Wurst, Tomaten, Gurke... Man hat also ein Milchhoernchen mit ganz viel Belag drauf. Ist erstmal total kompliziert zu essen, da 1) voll groß und 2) alles faellt runter. Hab mich aber schon dran gewoehnt und essen nun auch schon die Rohliky im Tschechen Style. Beizeiten werde ich versuchen, diese Esstradition fotografisch zu dokumentieren.
  • Tschechen nennen ihre Zehner Fuenfer (Logik?) - Wenn sie also sagen "Gib mir mal n Fuenfer", heißt das eigtl. "Gib mir mal n Zehner
  •  Tschechische Maenner haben haeufig seltsame Frisuren - irgendwie ist der ganze Kopf vollkommen kahlrasiert, nur hinten oder an der Seite haben sie einzelne Straehnen runterhaengen.
  • Tschechen lieben Camouflage. Manchmal gibt es Menschen, die komplett im Armystyle gekleidet sind - also Hose, Pulli, Jacke, Rucksack, Muetze,... Manches Mal fuehle ich mich hier doch schon fast etwas bedroht.
  • Plzeň ist in der Woche (Abends) belebter als am Wochenende.
  • Samstags geht hier GAR NICHTS (musste ich leider die letzten zwei Samstage miterleben)
  • Ab 22 Uhr findet man hier nirgendwo mehr was zu essen - außer bei McDonalds, der fehlt natuerlich auch nicht in Plzeň.
  • Toiletten in Restaurants, Clubs, Hospodas sind NIE abschließbar. Bin deshalb auch schon einige Male bei jemaden reingeplatzt, aber wer bitteschoen denkt schon daran, dass die Toilette keinen Schluessel besitzt?!
  • Bier ist billiger als Wasser (ein Grund mehr, mich zu besuchen, ne Jungs?!) 
  • Honza ist die Kurzform fuer Jan (Sinn?!) und Lukaš die Kurzform fuer Luka - manchmal verwirren mich die Tschechen wirklich sehr..

Dies sind nur einige der vielen Auffaelligkeiten, die mir halt doch zeigen, dass Tschechien nicht Deutschland ist. Aber das solls ja auch gar nicht sein. Tschechien st schon super und diese Sachen machen meinen Aufenthalt ja grade so spannend und amuesant. Natuerlich muss ich zugeben, dass das jetzt vermutlich alles ein wenig ueberspitz dargestellt ist - ich hoffe also, dass sich Einhemische Tschechen von meinen Beobachtungen nicht beleidigt fuehlen.

29.9.06 10:06


Fotky

Dobre ráno

Seit nun mehr als einer Woche habt ihr nichts mehr von mir gehoert und deshalb werde ich nun meine Zeit nutzen, um hier mal wieder ein bisschen zu berichten und vorallem auch, um ein paar Bilder online zu stellen. Bin naemlich grade bei TOTEM - im Internetclub und da gibts eh fast nie was zu tun, außer Rentnern an Computern zu beobachten. Alsooo...Als erstes kommen mal einige Fotos vom Seminar.

Das hier sind alle Seminarteilnehmer inklusive Trainer

Hier waren wir im Wald und haben ein amsuesantes Spiel gespielt. Dabei war die Haelfte Blind und die andere Haelfte Stumm, dann sollten wir gemeinsam versuchen eine Blume aus diesem abgesteckten Kreis zu holen. Den Kreis durfte man aber nicht betreten und die Stummen durften die Blinden nicht beruehren. Das war eines dieser Kommuikationsspiele, um zu testen, wie sehr wir auf die anderen achten, zuhoeren, klara Anweisungen geben blablabla... Rechts auf dem Foto seht ihr mich - da versuche ich grade durch Klatschgeraeusche Bojan begreiflich zu machen, den Stock nach links, recht, vorne oder hinten zu bewegen. Hat - muss ich leider zugeben - mal gar nicht funktioniert.

 

Naechstes Spiel. Hier sollten wir versuchen, ein Seil zu ueberqueren, ohne dieses zu beruehren. Wie ihr seht, war ich ganz furchtbar mutig und habe den Anfang gemacht

Dieses Bild zeigt Bernd (Oesterreich), mich und Magdalena (DE). Da waren wir grade in Tabor und haben einem ehemaligen Freiwilligen zugehoert, der uns viel ueber seine Erlebnisse erzaehlt hat. Faellt vielleicht auf, aber ich fand es nicht die ganze Zeit soo interessant...Ich schreibe wohl grade SMS an Zuhause, oder so...

 Hier nochmal die Gruppe mehr oder weniger im Ueberblick. Von links nach rechts waeren das: ein ganz kleines Stueck Jennifer (DE), Jenny (Schweden), Bernd (Oesterreich), Susanna (Finnland), ich, Emilie (Frankreich), Magdalena (DE), Esra (Tuerkei), Marlene (Oesterreich), Noelie (FR), Zoryana (Ukraine), Melanie (FR), Anna (DE) und Anna(Polen).

 

Das wars erstmal mit der kleinen Bilderflut. Es gibt natuerlich noch viel viel mehr Fotos, aber ich moecht euch hier nicht belaestigen. Das Seminar war auf jeden Fall total fantastisch und der Tag danach war definitiv erstmal etwas zu ruhig. Zum Glueck waren Jana, ihr Freund und Lukas da, so dass ich wenigstens ein paar Leute um mich rum hatte..

29.9.06 09:40


Kaffee. Zahnpastaschnaps und lange Wartezeiten

Dobry den

Ich befinde mich noch immer auf dem On-arrival-training. Heute der letzte Tag und die letzte Nacht. Morgen gehts schon wieder nach Plzen. Irgendwie freu ich mich auf mein "eigenes" Bett, aber irgendwie ist es auch traurig, weil es ganz schoen ruhig werden wird - keine verrueckten Franzoesinnen mehr, Schwedinnen, die interessante Berufswuensche haben oder Kicker-Talente aus Mazedonien. Irgendwie schon traurig. Dennoch ein wenig Ruhe wird mir bestimmt auch mal wieder gut tun:
Ich werde naemlich krank - Voll doof. Meine Nase ist zu und mein Hals kratzt. Mir wurde schon gesagt, dass fast alle Freiwilligen im ersten Monat krank werden, weil diese Anfangszeit wohl sehr anstrengend und Imunsystem-schwaechend sein soll. Trinke deshalb schon die ganze Zeit Tee und Kaffee. Naja, eigentlich trinke ich fast nur Kaffee. Das ist schon nicht mehr schoen, so viel Kaffee vernichte ich taeglich. Bestimmt so zehn Tassen?! Dabei habe ich in letzte Zeit nie Kaffee getrunken, aber hier....Ja hier gibts den ganzen Tag Kaffee und dazu jede Menge Essen. In dieser Woche habe ich auch endlich mal ein wenig Einblick in die tschechische Kueche bekommen. Schließlich wurden uns jeden Tag zwei tschechisches Mahlzeiten vorgesetzt. Seitdem weiß ich nun auch, dass die Tschechen ALLES frittieren. Wirklich alles - Gemuese, Kaese, Fleisch,... Am liebsten aber eigentlich Kaese. Ich glaube, ich hatte bei jeder Mahlzeit irgendetwas frittiertes dabei. Auch ein Grund, dass ich mich auf mein Zuhause freue - Endlich mal wieder selber etwas kochen. Hab mir schon ueberlegt, dass ich ganz schlicht Nudeln mit Tomatensoße kochen werde. Kartoffeln und Frittierzeugs kann ich naemlich vorerst nicht mehr sehen.

 

Gestern Nachmittag sind wird doch tatsaechlich aus unserem Dorf Sezimovo Usti rausgekommen. Wir haben einen Ausflug in die naechst groeßere Stadt Tábor gemacht. Tábor ist echt sueß gewesen. Bloß die Restaurants dort sind bei groeßeren Gruppen leicht ueberfordert. Wir haben doch tatsaechlich drei Stunden auf unser Essen gewartet. Das war echt amuesant - aber diese Leute dort hatten irgendwie kein System. Sie haben Tisch nach Tisch bedient und zwischen den verschiedenen Tischen haben sie immer eine Stunde gebraucht, um das Essen zuzubereiten. Bloed war es halt nur fuer mich, dass ich am letzten Tisch saß. So kam es, dass ich seit 19 Uhr dort saß und mein Essen um 22.30 erhalten habe. War echt eine Erfahrung - dazu haben sie noch die Haelfte vergessen. Lag vermutlich daran, dass wir der Vegetarier-Tsisch waren und lauter Extrawuensche hatten. Nach unserem recht langen Restaurantbesuch sind wir noch in eine Kneipe und dort habe ich mein Kickertalent geuebt und tschechischen Ekelzahnpastaschnaps getrunken.

Und jetzt ists schon wieder kurz vor drei und ich muss ganz schnell wieder zurueck, und an irgendeinem Programmpunkt teilnehmen: Konfliktmanagement oder so. 

In dem Sinne: Hezky Den

Nora

Achja, die, die bald Herbstferien haben, moechtet ihr mir nicht langsam mal mitteilen, ob ich noch mit euch rechnen kann?! Am besten waere es, wenn ihr irgendwie uebers Wochenende kommt, da  hab ich einfach am meisten Zeit.

 

22.9.06 14:47


Multikulti und so....

Ahoj,
Jak se mate?
Ich befinde mich grade mit diversen anderen Nationalitaeten auf dem Vorbereitugsseminar in Sezimovo Usti. Sezimovo Usti ist mitunter der haesslichste und uninteressanteste Ort, den ich bisher in Tschechien gesehen habe – lauter fuerchterliche Plattenbauten und alles grau und scheusslich. Aber viel mehr als drei Kneipen (fuer einen tschechischen Ort ist das echt wenig – man muss wissen, dass sich das Leben fuer die Tschechen wirklich haupsaechlich in “hospodas”, also Kneipen, abspielt), ein paar Laeden, einem Internetcafe, einem Winzkino und einer Post gibt es hier auch nicht... Heute ist Tag Vier und netterweise hat mir meine tuerkische Zimmermitbewohnerin Esra ihren Laptop zur Verfuegung gestellt (sogar mit Musik...), so dass ich auch jetzt mal von meinen Seminarerfahrungen, die sehr international beeinflusst sind, berichten kann. Mit mir sind noch vier weitere Deutsche, zwei Oesterreicher, ein Mazedone, zwei Polen, vier Franzosen, eine Schwedin, eine Finnin, eine Ukrainin (heisst das so?), eine Tuerkin und vier Slowaken hier und dazu nochmal unsere tschechischen Trainer.  Also alles sehr multikulturell. Es ist wirklich interessant mit was fuer Sprachen wir hier kommunizieren. Als erstes natuerlich Englisch, dazu kommt dann aber noch Franzoesisch, mehr oder weniger viel Tschechisch, Polnisch, Slowakisch, Deutsch und interessanterweise sogar Zeichensprache – die allerdings von Land zu Land variiert. So kommt es dann z.B. vor, dass Emilie aus Frankreich, Katka aus der Slowakei und Jennifer aus Deutschland versuchen ueber Zeichensprache zu kommunzieren. Alles sehr interesant – wie eigentlich alle meine Erlebnisse hier. Ich sass noch nie in einem hospoda mit einem Polen, einem Mazedonen und einer Ukrainin und hab mich ueber die tschechischen Eigenheiten belacht. Wirklich interessant – man bekommt so die eine oder andere Sicht der Dinge, die einem vorher noch nie in den Sinn kam. Dazu lernt man noch eine Menge ueber andere Laender und Kulturen. Ich wusste z.B. nicht, dass in Polen jeglicher Schaum auf dem Bier verpoent ist oder (auch wenn ich selber Deutsche bin..) das Berliner ihrer Berliner (also das Gebaeck) Pfannkuchen nennen (wirsch, oder?). Definitiv sehr ‘horizonterweiternd’.

 

Die meisten der Freiwilligen, die natuerlich, wie immer bei EVS, haupsaechlich weiblich sind, leben in Prag. Ist wirklich so – mindestens die Haelfte von uns lebt in Prag. Aber ich persoenlich erinnere mich auch daran, dass ich am Anfang haupsaechlich in Prag nach Projekten gesucht habe, denn hey - Wer will schon NICHT nach Prag?! Das ist hier echt die Minderheit, die in anderen Staedten lebt. Aber inzwischen bin ich echt froh ueber Plzen – Plzen ist nicht zu klein, nicht zu gross, nicht weit weg von Prag, leicht erreichbar, Studentenstadt,... Hier gibt es aber auch echt so Mutige, die sich in Doerfer mit 450 Einwohnern trauen (da gibts dann nur einen Hospoda). Die kann ich nur bewundern. Fuer mich waer das ja nichts - ich brauch schon ein wenig Partyentertainment und dazu viele Moeglichkeiten, irgendwas mit mir und meinem Leben anzufangen. Vermutlich bin ich aber auch sehr Dortmund- bzw. hauptsaechlich auch Ruhrgebietverwoehnt. Mal eben so nach Essen, oder Bochum oder Duesseldorf  – alles kein Problem bei uns. Hier wird das schon schwieriger... Dafuer kommt man aber mit dem Bus fuer weniger als zwei Euro nach Prag und dort habe ich nun, dank des Seminars, auch zig Moeglichkeiten unterzukommen. Die werd ich mit Sicherheit auch des oefteren mal nutzen (Und wenn mich mal besucht, dann wirds bestimmt auch Schlafmoeglichkeiten geben..).

Ansonsten besteht dieses Seminar hauptsaechlich aus Essen - ich esse nur, den ganzen Tag..Da ich hier leider keine Waage besitze, werde ich erst merken, dass ich zugenomme habe, wenn meine Hosen nicht mehr passen. 

 

Jana ist bei uns Zuhause in Plzen geblieben – der Freund ist zu Besuch und sie wird zum naechsten Seminar fahren. Dafuer sind aber die Slowakinnen hier.
Alles in allem gefaellt mir das Seminar auf jeden Fall sehr gut. Unsere Trainer sind supernett und lustig und ihre Methodik erinnert mich oft an die Pfadfinder. Hab hier auch schon einige neue und sehr coole Spiele gelernt, u.a. den schwedischen “Frog Dance”.
Mehr gibts die Tage – Da wollte ich z.B. mal ueber die Tschechischen Eigenheiten berichten. Also Dinge, die mich erstaunt haben, ueber die ich schmunzeln musste oder die mich einfach als Tschechien - Neuling geschockt haben.

 

Ich wuensche euch allen einen “Hezky Den”, also Schoenen Tag
Nora
21.9.06 14:37


Katerstimmung und Frisbeespiele

Čau ihr Lieben,

ich bin schon wieder im Internetcafé - bei TOTEM bekomme ich momentan einfach keine Chance, das Internet zu nutzen. Deshalb hier. Wollte euch mal ein paar Bilder aus meinem Leben hier in Plzen praesentieren. Leider habe ich nicht viele Bilder (mangels Digitalkamera) und muss so auf die paar von Pavlina zurueckgreifen.


Da muesstet ihr nun Uvina und mich sehen. Das Foto ist bei diesem Zentrum fuer therapeutisches Reiten entstanden. Ich fand die Arbeit dort aber eher gaehnendlangweilig - die haette fuer mich darin bestanden, Kinder auf Pferden im Kreis zu fuehren. Das kann ich bei Lust und Laune auch in Dortmund mache. Hab mich also dagegen entschieden.


Das zweite Bild zeigt (von links nach rechts) mich, Jana, Janka, Zuzka und dann Katka.
Katka und Zuzka sind die beiden anderen Freiwilligen aus der Slowakei und Janka ist Zuzkas Assistentin. Auf Jankas Assistenz ist Zuzka dringend angewiesen, denn sie muss, um verschiedene Arbeitsplaetze zu erreichen, viel mit den oeffentlichen Nahverkehrsmitteln reisen und alleine mit diesem Fahrrad und ihrer Gehbehinderung ist das nahezu unmoeglich. Die Slowakinnen sind alle eigentlich sehr nett - bloß die Kommunikation ist kompliziert, da sie weder richtig Deutsch noch Englisch sprechen. Die drei gehoeren alledrings nur dem sogenannten EVS Short-term Programm (geht max. sechs Monate) an, d.h. Zuzka wird bereits im November zurueck in die Slowakei gehen und Katka dann im Januar.

Die letzten zwei Tage bei mir waren sehr lustig. Jana und ich haben einen weiteren deutschen Freiwilligen kennengelernt. Lukas aus Berlin. Lukas ist auf jeden Fall sehr nett und dazu uns einen entscheidenen Schritt voraus - er kann naemlich Tschechisch. Hat aber auch fuer uns Vorteile (dazu gleich..). Wir sind mit ihm am Dienstag auf die absolute Kneipentour gegangen. Haben drei Mal den Ort gewechselt und unmengen Alkohol konsumiert - dementsprechend ging es mir dann auch am Mittwoch. Wir haben in so einer kellerartigen Katakomben - Kneipe (so nenn ich es mal) begonnen mit Bier, dann ging es weiter in ein Restaurant, Pizza essen und dazu Wein. Danach sind wir in eine Cocktailbar und haben dort die billigen Preise ausgenutzt und zu guter letzt sind wir in eine komische, schnieke Bar und haben auf das ganze Alkoholgemischmasch in uns noch ein paar Bier gekippt. Dienstag Nacht dachte ich noch, dass das gar nicht so viel Akohol war bzw. gar nicht so schaedlich - schließlich haben wir dazwischen noch etwas gegessen, aber als ich dann Mittwoch morgen um 6 Uhr (!!) aufstehen musste, dachte ich, ich sterbe. Den ganzen Tag ging es mir ganz fuerchterlich. Dazu kam dann leider, dass wir das absolute Programm hatten. Morgens Projektbesichtung, Mittags dann so eine Konferenz der "World Peace Federation" und Abends Frisbee spielen im Park. Ich weiß echt nicht, wie ich das mit DEM Kopf ausgehalten habe. Jana meinte schon, dass sie sich echt Sorgen gemacht haette - Aber die meisten von euch wissen ja, wie es mir so geht, wenn ich einen Kater habe... Irgendwie ging aber alles und Abends war ich dann sogar schon wieder fit, um im Park Frisbee spielen zu koennen. Lukas hat naemlich, dank seiner hervorrangenden Tschechischkuenste, schon einige Leute kennengelernt - u.a. eine riesige Gruppe, die sich jeden Mittwoch Abend um 19 Uhr trifft, um gegeneinander Frisbee zu spielen. Das war super lustig. Leider habe ich ganz schoen abgeloost. War ja schließlich auch das erste Mal, dass ich sowas gespielt habe. Dennoch wurde mir die Frisbee eher immer so aus Mitleid zugepasst. Jana hat sich - im Gegensatz zu mir - schon ganz schoen Respekt verschaffen koennen. Die hat naemlich sogar ein Tor gemacht. Mir aber egal. Ich werd da nach Moeglichkeit jeden Mittwoch hingehen und die Leute mit meinem nicht vorhandenen Talent nerven. Vielleicht wirds ja was mit der Zeit?! Zudem lernt man Leute kennen - auch wenn wir uns eigentlich nicht unterhalten koennen. War aber auf jeden Fall eine lustige Sache. Bis naechstes Jahr hab ich das dann auch gelernt und werde diesen Sport dann in Dortmund einfuehren - hier scheint das so eine Art Volkssport zu sein...

Mit den Projekten geht es so langsam auch vorran. Inzwischen stehen schon einige Arbeitsbereiche von mir fest. Ich werde vermutlich in einem Kindergarten mit Kindern Toepfern, dann in einem Jugendclub arbeiten (vielleicht ja im Theaterworkshop - sonst irgendwas anderes), bei TOTEM mit Senioren Englische Konversationen fuehren und in einer Behindertenwerkstatt mit Geistigbehinderten irgendwelche kreative Betaetigungen. Diese Behindertenwerkstatt haben wir uns gestern angeschaut - ich war total begeistert. Die Leute die da so rum liefen, waren alle sehr amuesant. Nur so Oekoalternative mit lustigen Ansichten. Werde dort evtl. in der Weberei oder Kerzengießerei arbeiten. Mal sehen, was sich noch so ergibt.
Ich denke mal, dass ich in der neachsten Woche erstmal nichts mehr schreiben werde - bin naemlich vom 18. - 23.11 auf einem Trainingskurs.
Vielen Dank auch fuer eure viele Post. Ich habe seit Montag taeglich Post bekommen und bin total begeistert.

Muss jetzt aber los - Lukas, Jana und ich werden naemlich jetzt unsere Kueche auf den Kopf stellen und Wraps zaubern und dazu vielleicht ein wenig Wein trinken?!
Ihr fehlt mir alle sehr hier* Waere toll, dass alles auch mit euch zu erleben!

14.9.06 16:53


Muede...

Ich bin total k.o. - heute musste ich um 6.30 Uhr aufstehen und das habe ich mal gar nicht verkraftet. Viel zu frueh fuer mich und nach dem Bier und dem Wein und dem nicht ganz so fruehen Ins-Bett-Gehen gestern, die absolute Qual. Habe mich nach ewiglangem vor-dem-Aufstehen-druecken, doch noch mit Jana in die Kaelte begeben. Heute wars echt soo kalt. Ich hab mich wirklich gefragt, ab wann ich anfangen muss, Strumpfhosen zu tragen (ich frier doch immer so schnell...). Wir sind dann erstmal bibbernd in die Stadt, um dann mit Zuzka und Janka (den Slowakinnen) und Pavlina (Koordinatorin) zu "Nedeje" (heißt, soweit ich weiß, "Hoffnung" zu fahren. Nedeje ist eine Art Kindergarten. Dort wars ganz nett - lange waren wir jedoch nicht da und Jana wird ab sofort jeden Montag dort arbeiten. Danach gings dann wieder nach Hause, zu einem etwas ausgiebigerem Fruehstueck und Tee zum Aufwaermen, um dann puenktlich um 11 Uhr mit dem Tschechischunterricht zu beginnen. Tschechisch ist echt so eine wirsche Sprache... Die haben die seltsamsten Regeln - aber vielleicht steige ich da ja auch irgendwann mal durch (hoffentlich). In der Zwischenzeit ist es dann echt noch heiß geworden und ich waer am liebsten wieder in Top und Rock und FlipFlops rumgelaufen. Das Wetter verwirrt mich ernsthaft. Morgens fuerchterlich kalt und dann ganz ploetzlich wieder das absolute Sommerwetter. Maunz. Das find ich nicht gut - ich weiß gar nicht, was ich anziehen soll und kann.

Jetzt sitzt ich hier grade noch im Internetcafe. Diese Woche siehts mit dem Internetzugang eher mau aus. Musste hier noch ein paar wichtige Dinge regeln, aber jetzt werd ich gleich mal nach Hause fahren. Bin echt schwer muede und kann kaum noch einen Satz formulieren.

Noch zu meinem ersten Wochenende hier in Plzen. Es war eigentlich ganz nett. Sehr ruhig irgendwie. Freitag waren wir bei erst mit Pavlina unterwegs - in der Skybar. Das ist voll super da. Erstens hat mein einen traumhaftschoenen Blick ueber Plzen und zweitens sind die Cocktails sehr billig (habe mich aber an Kaffee aufgehalten - war noch sehr frueh...). Danach sind wir noch zu unserer Chefin mit den drei Slowakinnen, sowie Adrien, einem ehemaligen Freiwilligen aus Frankreich. Daraufhin war ich dann den ganzen Samstag mit Adrien und den Slowakinnen unterwegs. Nur Abends habe ich alleine Zuhause gechillt und dort meine strumfreie Zeit genossen. Jana war ja von Samstag auf Sonntag bei ihrem Freund. So alleine wars sehr nett und vorallem brauchte ich das auch mal wieder - Zeit fuer mich, um ueber das Ganze hier nachzudenken. Es war definitiv auch sehr lustig - Ich hab z.B. um 22 Uhr angefangen indisch zu kochen und dabei ein wenig Wein getrunken (jaaa - meine neue Leidenschaft...). Nebenbei hab ich ganz viel Reggae, Dancehall und HipHop gehoert und mich gefreut, mal kurze Zeit keine Ruecksicht nehmen zu muessen. War echt super nett - hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß nur mit mir allein. Sonntag war dann eher oede. War nur noch mit Jana und Stepanka Eis essen - war aber sehr entspannt und mit der Sonne dazu auch sehr schoen.

Ja und heute...war halt viel los...frueh aufstehen...Nedeje....Tschechischunterricht...jetzt noch therapeutisches Reiten... einfach fuer heute zu viel. Dazu die neue Sprache und millionen Eindruecke. Werd deshalb auch jetzt mal den Bus aufsuchen und mich in Richtung Bett bewegen.

Vielen Dank fuer euren vielen lieben Gaestebucheintraege. Kann gar nicht auf alles antworten. Freut mich, dass sich sogar weitgereiste Andys oder meine ganze Familie hier her traut. Und vielen vielen Dank Nina fuer die liebe Post - heute kam deine Karte an und hey, es war meine erste Tschechienpost. Ich konnts kaum glauben, als ich in meinen Briefkasten geschaut habe.

Na Shledanou

Nora*

11.9.06 19:12


Švihadlo und Pivo

Čau,

es ist vollbracht. Ich habe doch tatsaechlich gestern mein erstes tschechisches Bier getrunken. War sehr fein. Nach zwei mal 0,5 l ging es mir dann auch ganz gut. Hier gibts naemlich nur Bier in Halbliterform. Aber wieso auch nicht?! Ein halber Liter Bier kostet auch nur so ca. 70cent. Die Preise hier sind echt fantastisch - das muss ich wohl ausnutzen. Wir haben unser erstes Bier im "Zachs Pub" konsumiert, dass ist der, ich sag mal "club", indem das Reggaekonzert stattgefunden hat. Ich habe gestern doch tatsaechlich Jana ueberzeugt, mit mir auf dieses Reggaekonzert zu gehen. Švihadlo hieß die Band und hat groeßtenteils auf tschechisch gesungen. War echt superinteressant und auf jeden Fall mal was anderes. Dieser Club war auch super - kann man bestimmt oefter mal hingehen.

Ansonsten gibts nicht viel zu berichten und deswegen werd ich jetzt mal wieder rausgehen und das fantastische Sonnenwetter genießen. 

8.9.06 12:20


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